Beispiel Analyse

Hier erhalten Sie eine Idee davon, was eine intuitive Feng Shui-Beratung ist.

Ausschnitt aus unserem biografischen Roman
„DIE THERAPEUTIN“ (Erscheinungsjahr 2016)

Gestern hat mich eine Klientin angerufen. Bei ihr und ihrem Lebenspartner besteht seit Jahren der Wunsch nach Kindern, aber der Klapperstorch hat offenbar Ferien. Sie fragte, ob sich aus der Wohnung etwas dazu ablesen lasse und ob es geeignete Maßnahmen gäbe, die ihre Familienplanung unterstützen könnten. Wir haben uns auf eine heutige Hausbesichtigung geeinigt.

So, nun stehe ich vor ihrem Haus und lasse mich überraschen. Es ist immer wieder aufs Neue spannend für mich! Von außen wirkt der Bau auf mich wie ein weißer Klotz, an dem ich nichts Persönliches finden kann. Er hat absolut keine Ausstrahlung. Wie es wohl innen aussehen und zugeschnitten sein mag?

„Guten Tag Frau Chanel, wie schön, kommen Sie herein“, begrüßt mich Frau Gärtner, eine junge Frau Anfang Dreißig. „Mein Mann muss auch gleich kommen. Wir können ja schon einmal einen ersten Rundgang machen.“

Das sehr sterile Haus begegnet mir nun auch im Wohnbereich. Nirgendwo ist etwas dekoriert. Es gibt keine farbigen oder wärmenden Accessoires, alles wirkt kalt und nüchtern. Ein kuscheliges Nest, in dem Kinder sich wohl fühlen würden, ist das hier nicht.

Nun schaue ich mir die Bereiche Familie und Kinder/Kreativität näher an. Sie liegen sich gegenüber, dazwischen liegt der Flur. Die Zimmereingänge befinden sich nicht linear auf gleicher Höhe, sie sind zueinander versetzt.

Gerade will ich etwas dazu sagen, als sich die Haustür öffnet und Herr Gärtner von der Arbeit nach Hause kommt. „Ah, Ihr seid schon mitten drin. Habe ich etwas verpasst?“

„Nein Werner. Frau Chanel hat gerade damit begonnen, sich einen Eindruck zu verschaffen. Du kannst gleich hierbleiben.“ Die Begrüßung zwischen den beiden ist auch eher nüchtern. ‚Was die wohl mit Kindern wollen?‘, frage ich mich nun. Sie dürften sicher nichts schmutzig machen, nichts anfassen, vielleicht noch nicht einmal spielen.

„Gefällt Ihnen unser Haus?“, fragt nun der Mann.

„Sehr pflegeleicht“, fügt seine Frau noch hinzu.

„Es wirkt alles etwas kühl auf mich, steril möchte ich sogar sagen. Ich würde mehr Farbe, mehr Wärme, mehr Leichtigkeit in die Räume bringen, es kuscheliger machen. Mir fehlt hier die Nestwärme, aber Sie müssen sich ja dabei wohl fühlen, das ist nun auch wichtig. Fühlen Sie sich denn hier so richtig wohl?“, erlaube ich mir jetzt doch einfach zu fragen.

Schweigen. Etwas betretene Gesichter. Die beiden blicken sich an. „Nun, wir haben es mehr auf eine gewisse Zweckmäßigkeit ausgerichtet“, betont nun der Mann. „Das war doch auch dein Wunsch Elke, oder?“, die Frage an seine Frau gerichtet.

„Ja ja, schon.“

„Stellen Sie sich jetzt einmal vor, Sie hätten zwei muntere, lachende Kinder. Dürften die hier dann auch herumtollen? Könnten die sich irgendwo mal einkuscheln? Verstecken spielen? Freunde mit nach Hause bringen?“

Wieder Schweigen. Die Frau schaut mich an, sagt aber nichts.

„Darüber würden wir uns sicher Gedanken machen, wenn die Kinder auf der Welt sind. Im Moment haben wir alles nur nach unseren Bedürfnissen ausgerichtet“, antwortet dann der Mann ohne eine Miene zu verziehen. Er wirkt jetzt noch kühler auf mich.

„Das kann ich gut verstehen, Herr Gärtner. Aber stellen Sie es sich doch einmal aus der Perspektive einer Kinderseele vor. Die schaut sich das jetzt sozusagen von oben an und empfindet dies hier nicht als Nest für sich. Fühlt sich gar nicht eingeladen von Ihnen, hier eine einfühlsame, geborgene Kindheit zu verbringen. Verstehen Sie mich?“

Erneut betretene Gesichter. Nach einer Weile kommt die Frau aus sich heraus: „So haben wir das noch gar nicht betrachtet. Aus dieser Sicht erscheint die Wohnung wirklich steril.“

„Sehen Sie? Und diese Sterilität finden Sie ja auch in ihrer Familienplanung vor, wenn ich mir erlauben darf, dies einmal so klar zu sagen.“

„Das soll der Grund sein, dass wir noch keine Kinder haben?“ Der Mann schüttelt den Kopf und verdreht seine Augen, als ob er denkt, was ist die denn für eine Spinnerin?

„Nun, eines kommt zum anderen, Herr Gärtner. Es gibt noch mehr Gründe und Zusammenhänge.“

„So? Dann schießen Sie mal los, was Sie da noch so alles sehen.“ Ein sehr zweifelnder, fast ironischer Blick trifft mich.

„So eine Kinderseele schaut sich doch alles an. Nicht nur die äußeren Umstände, auch Ihr Inneres. Ihre Einstellung zum Leben. Sie möchte doch wissen, was sie bei Ihnen insgesamt vorfinden wird und ob sie mit Ihnen und all diesen Umständen ihre künftigen Erfahrungen machen möchte.“

„Sie sehen das aber jetzt sehr absolut! Schauen Sie sich doch einmal in der Welt um! Was soll denn eine Kinderseele davon haben, sich zum Beispiel in eine Slumbehausung gebären zu lassen? Das würde doch niemand wollen und doch kommen dort viele Kinder zur Welt. Ich glaube, Sie verwechseln ein Wunschdenken mit der wahren Realität.“

„Ihre Überlegung ist richtig. Diese Seelen wählen dann aber auch eine grundsätzlich andere Bühne, eine andere Kultur und vielleicht auch noch eine andere Bewusstseinsstufe. Sie aber leben hier in der Schweiz unter ganz bestimmten sozialen und kulturellen Bedingungen und einer großen Sicherheit. Eine Kinderseele, die in diesen Bedingungen aufwachsen will, möchte sich entsprechend aufgenommen und geliebt fühlen. Sie möchte auch Eltern haben, die ihr Geborgenheit geben.“

Nun räuspert sich die Frau: „Werner, Frau Chanel hat schon recht. Aus dieser Perspektive heraus würde ich uns wahrscheinlich auch nicht unbedingt als Eltern aussuchen.“

„Elke, das ist doch alles Kinderkram!“, wischt er ihren Einwand zur Seite und an mich gewandt meint er: „Pardon, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber haben Sie noch etwas einzuwenden? Sehen Sie noch irgendetwas, was Sie an diesem Haus bemängeln?“

Mit großer Ruhe und Klarheit antworte ich nun: „Ja, ich sehe noch Umstände, die ich Ihnen gerne aufschlüsseln möchte. Vielleicht bringt das noch weiteres Licht in alles hinein.“

„Und das wäre?“ Er klingt jetzt etwas ungeduldig bis unwirsch.

„Schauen Sie bitte diese beiden Türen an. Sie stehen sich versetzt gegenüber.“

Der Mann schüttelt unverständig den Kopf. „Hat der Architekt so geplant. Ist doch okay. Warum sollten die sich genau gegenüberliegen?“

„Müssen sie nicht, aber diese Konstellation drückt etwas aus, sie spiegelt eine Spannung, ein Missverhältnis zwischen Ihren Vorstellungen und denen eines Kindes. Es spiegelt ein altes Verständnis, vermutlich das Ihrer Eltern und deren Vorstellungen von Familie und Erziehung. Die Kreativität geht hier auch keine neuen, klaren Wege. Vieles ist mit Umwegen und Spannungen behaftet.“

Ich glaube, soeben fallen ihm die Augen aus dem Kopf! Sein sehr rationaler Verstand kann meine Worte nicht erfassen, was ich aber nachvollziehen kann. Jetzt muss ich ein wenig abwägen. Bringt es noch etwas, wenn ich weiter fortfahre? Ich tue es der Frau zuliebe: „Und ein sehr tragender Aspekt ist noch folgender, wenn ich das noch ansprechen darf: Einer von Ihnen beiden ist sich unausgesprochen eigentlich gar nicht sicher, ob Kinder überhaupt erwünscht sind. Zwischen Ihren inneren Vorstellungen gibt es keine Übereinstimmung.“

Damit habe ich etwas angesprochen, was beide hochfahren lässt. Erstaunt schauen sich die Zwei an, dann mich, dann wieder sich…

„Herr Gärtner, um das Bild noch vollständig zu machen, lassen Sie uns bitte noch in den Keller gehen. Der Familienzusammenhang wird sich dort genauer präsentieren.“

„Mich interessiert das jetzt! Komm, wir gehen hinunter“, sagt die Frau in entschiedenem Ton.

Der Keller ist wenig benutzt. Im Bereich Familie stehen einige antike Gemälde herum.

„Diese Gemälde spiegeln alte familiäre Ansichten, pardon, wenn ich so direkt bin.“

Der Mann blickt finster drein.

Wir gehen weiter und kommen in den Beziehungsbereich. An einer Wand schimmelt es.

„Hier kann ich jedes Jahr den Schimmel entfernen“, sagt die Frau. „Tut mir leid, dass der jetzt gerade sichtbar ist.“

„Nein, gut, dass wir ihn noch sehen können. Er zeigt, dass zwischen Ihnen etwas unausgesprochen steht und inzwischen gärt. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung und wohl eben auch von Erziehung und dem Verhältnis zu Kindern.“

Das war jetzt wie eine Bombe! Schweigen, fast Entsetzen.

„Darf ich Ihnen vorschlagen, dass wir hier für heute erst einmal alles so im Raum stehen lassen? Ich glaube, Sie haben sicherlich viel zu besprechen. Wenn Sie möchten, können wir ja in den nächsten Tagen noch einmal zusammenkommen, um die geeigneten Lösungen für alles zu finden und um zu schauen, wie Sie diese dann am besten umsetzen“, schlage ich nun vor.

Der Mann reagiert inzwischen mit totalem Unverständnis. „Und für so einen Quatsch wollen Sie auch noch ein Honorar? Ich hab ja nie viel von solchem Energiekäse gehalten, aber jetzt ist es genug. Am besten Sie sagen jetzt gar nichts mehr. Ich möchte Sie verabschieden.“

„Kein Problem, Herr Gärtner. Schlafen Sie noch einmal über alles und sicher wäre ein Gespräch zwischen Ihnen beiden erst einmal das Allerbeste. Wann immer Sie den Wunsch haben, stehe ich Ihnen weiter zur Verfügung.“

Ich schaue beim Abschied in die Augen der Frau, die sehr besorgt dreinblickt und mir dann mit einem Wink zu verstehen gibt, dass sie sich bei mir melden wird.

‚Oha‘, denke ich und atme tief durch, als ich das Haus verlasse. Ich kann nicht erwarten, dass jeder Mensch auf all das voll anspringt, was ich vermittle. Nun warte ich erst einmal ab und lasse die beiden sich aussprechen. Der Mann wollte jetzt sicher auch nichts eingestehen, um sein Gesicht zu wahren, und die Frau hat sich bestimmt nie richtig getraut, über ihre Vorstellungen und Gefühle zu sprechen. Alles ist so in Ordnung. Vielleicht kommen wir ja doch noch einmal zusammen. Wegen des Honorars mache ich mir keine Sorgen.

* * *

Wieder einige Tage später meldet sich Frau Gärtner bei mir. Jetzt bin ich aber mal gespannt, was sich bei diesem Ehepaar getan hat!

„Grüezi Frau Gärtner, ich freue mich über Ihren Anruf. Gibt es Neuigkeiten?“

„Liebe Frau Chanel, ich habe mir vieles zu Herzen genommen. Alles, was Sie uns vorgetragen haben, ist für mich stimmig. Ich habe mir selbst zuletzt etwas vorgemacht, da ich noch immer an die große Liebe zu meinem Mann glauben wollte. Dass wir noch keine Kinder bekommen konnten, hatte mich anfangs sehr traurig gestimmt. Irgendwann aber habe ich dann damit begonnen, mich selbst zu fragen, warum, und ab da hat es sich gar nicht mehr so freudig in mir angefühlt. Meinem Mann zuliebe bin ich aber bei unserem Plan geblieben. Ich wollte ihm Kinder schenken, wahrscheinlich mehr für seine heile Welt. Ich kann mir jedoch ebenso eine neue berufliche Herausforderung für mich vorstellen.“

Ich unterbreche Frau Gärtner kurz: „Das hört sich aber schon viel klarer an. Hätten Kinder da noch Platz in Ihrem Leben?“

„Am liebsten würde ich jetzt nach Ihrer Beratung und meinen Einsichten den Kinderwunsch gänzlich streichen. Ich glaube, dass sich mein Mann auch gar nicht so sehr mit Kindern identifizieren kann. Er sagte zwar immer, er möchte auch Kinder haben, aber die würden für ihn sicher nur so nebenbei existieren. Ich möchte das jetzt nicht alles auf meinen Mann schieben, ich trage ja auch meinen Anteil an allem. Längst schon hätte ich mich durchsetzen können, das Haus auch auf meine Bedürfnisse umzugestalten. Es ist wirklich steril. Nur was mache ich jetzt am besten? Wenn ich das Haus verändere und dann auch noch meinem Mann erkläre, ich möchte keine Kinder mehr, dann weiß ich nicht, wie er wohl reagieren wird.“

„Danke vielmals, dass Sie so offen zu mir sind. Ich kann Ihre Situation gut nachfühlen. Es ist schon so, dass viele Männer noch die klassische Rollenverteilung vorziehen,aber ich sehe auch bereits überall Umbrüche und neue Ansätze. Es gibt ja ebenso genügend Frauen, die aus ihrer Rolle als Heimchen hinterm Herd aussteigen. Insgesamt erleben wir überall riesengroße Veränderungen. Es sind Erneuerungen, die ihre Zeit brauchen und immer müssen überall Pioniere vorangehen. Wie sehr lieben Sie denn Ihren Mann noch? Können Sie sich vorstellen, mit ihm den Rest Ihres Lebens in Freude zu verbringen?“

Stille am anderen Ende der Leitung. Die Antwort kommt erst nach ein paar Sekunden: „Das habe ich mich noch nicht getraut, so ganz zu hinterfragen. Ich bin mir, ehrlich gesagt, nicht ganz sicher.“

„Vor dieser Frage können Sie aber nicht weglaufen. Wenn es noch Ihr inniger Wunsch ist, die Ehe weiterzuführen, dann wird es Lösungen dafür geben, die Harmonie neu herzustellen, aber wenn Sie sich absolut sicher sind, das nicht mehr zu wollen, dann wird es auch hierfür Lösungen geben. Nur jetzt einfach in dieser Rollenverteilung weiterzuleben, bringt keinem von Ihnen Erfüllung. Jedenfalls nicht auf Dauer. Selbst wenn Ihr Mann noch zufrieden ist, weil alles seinen Vorstellungen einer Ehe entspricht, wird auch das sicher nicht lange anhalten, und Sie, Frau Gärtner, würden zunächst als Erste immer mehr leiden.“

Ich bin mir in diesem Moment bewusst, dass dies jetzt eine große Konfrontation für Frau Gärtner sein muss, aber ich spüre, dass genau der Punkt erreicht ist, einmal alles in Frage zu stellen. Ich weiß selbst, was diese Hinauszögerungen beinhalten. Zum Glück haben die beiden noch keine Kinder.

Zu meiner Überraschung antwortet Frau Gärtner sehr deutlich: „Sie haben ja recht. Ich kann und darf mir da nichts vormachen. Ich muss mir über meine wahren Gefühle einmal völlig klar werden. Am kommenden Wochenende ist mein Mann auf einer Tagung. Da nehme ich mir Zeit für mich, meine Gefühle und Vorstellungen von allem. Ich melde mich danach wieder bei Ihnen. Wahrscheinlich brauche ich dann wieder Ihren Rat. Ihr Honorar für alle bisherigen Dienste übernehme ich, auch wenn mein Mann das sicher nicht gerne sieht. Ich habe ja Ihre Karte mit der Bankverbindung.“

„Eine wichtige Entscheidung wartet auf Sie und Ihre Zukunft hängt davon ab. Nehmen Sie sich die Zeit und fühlen Sie ganz tief in sich hinein. Ich wünsche Ihnen eine klärende Antwort von innen heraus. Ich bin gerne für Sie da, wenn Sie Hilfe benötigen. Danke sehr für Ihr Vertrauen und von Herzen alles Liebe!“

Puh, das ist nicht leicht für sie, kommt mir doch selbst alles sehr bekannt vor, aber vielleicht ist doch noch genügend Substanz in der Beziehung für eine Erneuerung. Mein Gefühl spricht allerdings dagegen.

Kurze Zeit später läutet das Telefon erneut.

„Frau Chanel, ich bin‘s noch einmal. Ich habe soeben Klarheit für mich bekommen. Ich brauche das Wochenende nicht mehr. Da ist nichts mehr zwischen meinem Mann und mir und ich würde mir nur etwas vormachen. Davon habe ich jetzt aber genug. Ich bin ja gar nicht mehr ich selbst. Von meinem Mann kann ich jedoch überhaupt keine Veränderung erwarten, also muss ich sie vornehmen.“

Aber hallo! Was für ein Paukenschlag! Frau Gärtner fährt gleich fort: „Heute Abend werde ich ihm eröffnen, dass ich ausziehe. Streiten bringt da gar nichts, weil er wie immer uneinsichtig sein wird. Ich mache jetzt Nägel mit Köpfen! Das Wochenende kann ich gleich für den Auszug nutzen.“

„Oh, da bin ich nun aber doch überrascht, dass Sie so schnell entschlossen sind! Wenn es wirklich so ist, wie Sie jetzt sagen und Ihren Mann gar nichts bewegen kann, dann wird es wohl das Beste sein, die ganze Situation nicht wie ein Kaugummi in die Länge zu ziehen. Vertreten Sie Ihren Standpunkt ganz klar und entschieden.“

„Das werde ich. Als Sie bei der Besichtigung unseres Kellers sagten, es gäre da seit Längerem etwas, bekam ich sogleich den Impuls, dass es unsere Beziehung insgesamt betrifft, nicht irgendein einzelnes Thema von vielen Möglichkeiten. Ich schaue den Dingen jetzt ins Auge. Es hat mich völlig wachgerüttelt!“

Ich kann sehr deutlich ihre Entschlossenheit spüren, die in ihr wohl explosionsartig gewachsen ist. „Dann wünsche ich Ihnen ganz viel Klarheit und Entschiedenheit, Frau Gärtner. Wenn Sie ausziehen, wo können Sie denn vorübergehend unterkommen?“

„Sicher bei meiner Schwester in Küssnacht. Sie ist ledig und der Witz ist, sie hat mir schon vor etwa zwei Jahren gesagt, ich würde mich irgendwann von meinem Mann trennen. Damals hat es mich etwas verletzt und ich dachte, sie sei eifersüchtig auf mich, aber sie hatte bereits gespürt, dass es so kommen muss. Zum Glück habe ich mich deswegen nicht mit ihr zerstritten.“

„Es ist gut, dass Sie somit in verständnisvollen Händen sind. Nun, dann wünsche ich Ihnen noch einmal ganz viel Souveränität in den nächsten Tagen und Wochen!“

„Vielen, vielen Dank, Frau Chanel und auch für Sie alles Liebe!“

Ja, so schnell geht das manchmal, wenn wirklich Klarheit herrscht. Lange gärt es in uns und mit einem Mal kommt es zum großen Knall. So entschieden, wie sie jetzt reagiert, wird sie es schaffen. Es ist doch wirklich gut, dass sie noch keine Kinder haben. Das Puzzle ist nun fertig.

Wir leben in einer aufregenden Zeit der Erneuerungen, kann ich nur immer wieder feststellen, und diese Epoche steht auch ganz deutlich für derartige Klarheiten und Entscheidungen.

Hier erhalten Sie eine Idee davon, was eine intuitive Feng Shui-Beratung beinhaltet.

Die Person Anatol sowie seine Anliegen sind für dieses Beispiel frei erfunden, die Wohnung existiert jedoch.

In einer richtigen Beratung erfahren Sie natürlich noch viel mehr, da beispielsweise Ihre Einrichtung mit einbezogen werden kann, die ja in Anatols Wohnung nicht vorhanden ist. Auch Anatols Anliegen ist sehr vereinfacht.

Anatol ist am 1.4.1979 geboren. Er wohnt ihn einem Wohnblock an der Baselstrasse 47, Luzern, in einer 2-Zimmer-Wohnung. (Anmerkung: Die Feng Shui-Beratung findet im Jahr 2008 statt: Anatol ist zu diesem Zeitpunkt 29 Jahre alt.)

Anatols Anliegen: Schwierige Beziehungen.

Anatol führt immer nur kurze Paarbeziehungen. Er hat genug davon und möchte endlich eine Lebenspartnerin finden, mit der er eine dauerhafte Beziehung aufbauen kann.

Personenanalyse: Welche Voraussetzungen hat Anatol?

Anatol ist am 1.4.1979 geboren.

Seine Lebenszahl ist 31/4. Anatol setzt sich in diesem Leben mit Fragen der Stabilität und Sicherheit (4), der Kreativität und Zuversicht (1) und des Gefühlsausdrucks (3) auseinander. Er muss lernen, seine Energie in konstruktive Bahnen zu lenken und sich seinen Zielen Schritt für Schritt zu nähern.
Hier finden wir bereits erste mögliche Anhaltspunkte. Hat Anatol sich vielleicht zu schnell in Beziehungen gestürzt, so dass seine Partnerinnen überfordert waren? Oder hatte er Mühe, seine Gefühle auszudrücken?

Im Pentagramm zeigt sich ebenfalls, dass Anatol Kreativität zur Verfügung hat. Er verfügt ausserdem über eine charismatische Ausstrahlung. Ab seinem 31. Lebensjahr wird er Geist und Gefühl verbinden können, was ihm bis jetzt schwer gefallen sein wird. Er wird auch lernen müssen, sich anderen gegenüber abzugrenzen und mal Nein zu sagen. Anatol hat auch Thematiken bezüglich seiner Mutter aufzuarbeiten. Wenn Anatol 31 wird, wird er Führungsqualitäten entwickeln können. Ein innerer Drang sich zu verwirklichen macht dies bemerkbar.

Anatols Wohnsituation

Anatol wohnt in einem Wohnblock in der 5. Etage. Im Schlafzimmer hat er Parkettboden, im Flur und im Büro Novilon.

So sieht es bei Anatol aus:

Das Bagua: Die neun Lebensbereiche.

Der Eingang befindet sich im Bereich „Wissen“. Wissen, Lernen und Persönlichkeitsentwicklung sind in diesem Lebensabschnitt die Hauptthematik für Anatol. Die Eingangstüre öffnet sich nach links (wird mit der linken Hand geöffnet), das bedeutet dass die Gefühls-Erlebnisse ihn weiter bringen.

Mit dem Bagua wird ersichtlich, dass Anatol im Bereich „Beziehung“ eine Verstärkung hat. Die Grundrisslinie verläuft schräg, vom Bereich „Erfolg“ zum Bereich „Beziehung“. Die schräge Linie deutet an, dass für Anatol seine Selbstverwirklichung und sein Erfolg gegenüber der Partnerschaft eine wichtigere Rolle spielt. Anatol schläft in der Beziehungsecke, dies zeigt aber auch seine Sehnsucht nach einer Partnerschaft. Die Verstärkung deutet an, dass Anatol Spannungen zwischen seiner Individualität und sich als Teil einer Paarbeziehung spürt. Anatol könnte seinen Partnerinnen gegenüber auch dominant sein und Macht ausüben, weil er sich nach Anerkennung sehnt.

In den Bereichen „Reichtum“ und „Freunde“ fehlen Ecken. Eine Problematik des Geben-und-nehmen-könnens wird deutlich. Ob Anatol lernen muss, dass er nur wirklich reich werden kann, wenn er gibt, oder ob er Schwierigkeiten mit dem Annehmen hat, würde sich im Gespräch herausstellen. Die Thematik des Gebens und Nehmens kann sich auch auf die Sexualität beziehen, was ein weiterer Anhaltspunkt für die Lösung von Anatols Anliegen ist.

In den Bereichen „Karriere“ und „Erfolg“ fehlen ebenfalls Ecken, was bedeuten kann, dass Anatol sehr zielstrebig ist, oder dass er sein Lebensziel zugunsten seiner Karriere aus den Augen verloren hat. Es könnte auch sein, dass er gar nicht weiss welche Karriere er anstreben soll. Was zutrifft, ergibt sich aus dem Gespräch.

Das Badezimmer befindet sich in den Bereichen Wissen und Familie. Im Badezimmer zeigt sich, woran Anatol arbeiten soll, welche Thematiken er loslassen soll und welche Veränderungsprozesse anstehen.

Innerhalb des Badezimmers (wenn das Bagua nochmals auf den Zimmergrundriss aufgelegt wird) befindet sich das WC im Bereich „Erfolg“. Anatol sollte sich eventuell von vorgenommenen Zielen oder vermeintlichen Lebenszielen trennen. In der Küche weisen auch die Einbauschränke im Bereich „Erfolg“ darauf hin, dass Anatol bezüglich seinen Zielen festgefahrene Ansichten haben könnte. Jetzt gilt es, diese zu überdenken und das loszulassen, was Anatol an seinem Glücklichsein hindert.

Das Lavabo befindet sich im Bereich „Reichtum“ und könnte ein Hinweis sein, dass Anatol Materielles hinter sich lassen sollte und sich den inneren Qualitäten zuwenden sollte, statt im Aussen zu leben.

In Anatols Wohnung gibt es drei vorstehende Ecken, die Verletzungen andeuten. Eine davon befindet sich in der Beziehungsecke, eine im Zentrum und eine im Bereich Wissen. In diesen Lebensbereichen gibt es Personen oder Situationen, die Anatol innerliche Verletzungen zufügen oder zugefügt haben, z.B. durch Aggressionen. Im Bereich „Beziehung“ könnte die Ecke auf Anatols Bett zielen, was für seinen Schlaf und für sein Sexualleben schädlich ist. Diese Ecke könnte auch Anatols Aggressivität in seinem Sexualleben fördern – dass er seinen Partnerinnen gegenüber dominant sein könnte, wurde ja bereits deutlich.

Die Türe von Anatols Badezimmer liegt schräg versetzt der Bürotür gegenüber. Versetzte Türen bedeuten einen inneren Widerspruch.

Anatols Widerspruch findet zwischen seinem Bereich „Wissen“ und den Bereichen „Zentrum“ und „Karriere“ statt. Das könnte heissen, dass Anatol sich seinem aktuellen Thema (Wissen / Persönlichkeitsentwicklung) widmen möchte, dass diese Weiterentwicklung aber seinen bisherigen Karrierevorstellungen widerspricht. Umso schwieriger wird es, weil fast die Hälfte der Karriere-Ecke fehlt, das heisst, Teilaspekte dieses Bereiches für Anatol unbewusst sind oder noch nicht in sein Leben integriert werden konnten.

Im Gespräch mit Anatol nehme ich Bezug auf sein Anliegen.

Ich vermute, dass er bisher keine langfristigen Beziehungen aufbauen konnte, weil er seinen vermeintlichen Lebenszielen, die höchstwahrscheinlich mit Äusserlichkeiten und Materiellem zu tun hatten, einen hohen Stellenwert beigemessen hatte und diese Ziele verfolgt hat, ohne nach links und rechts zu schauen.

Er hat sich zu wenig darauf eingelassen, die innere Schönheit seiner Partnerinnen zu sehen und auf sie als Spiegel seiner selbst einzugehen. Es kann sein, dass er seine Freundinnen dominiert und aggressiv behandelt hat, oder dass er sie überfordert hat.

Empfohlene Veränderungen

Die angreifenden Ecken müssen entstört werden. Anatol kann eine Pflanze davor stellen oder eine Dekoration davor hängen. Es sollte möglichst die ganze Ecke, also die ganze Höhe der Wand, abgeschwächt werden.

Die angriffigen Ecken symbolisieren Verletzungen, die Anatol erfährt. Indem er die Ecken abschwächt, kann er sich gegen die Verletzungen abschirmen. Er wird dadurch zum Beispiel verbale Angriffe weniger persönlich nehmen.

Damit das Chi im Büro nicht zum Fenster hinaus verloren geht, soll Anatol beispielsweise ein Mobile vor das Fenster hängen.

Die versetzten Türen kann Anatol korrigieren, indem er die Wände gemäss der Zeichnung bemalt. Er vergrössert somit die Türen, damit es scheint, als würden sie sich gegenüberliegen. Wahrscheinlich ist es im Flur nicht sehr hell. Als Farbe eignet sich deshalb gelb, was auch die entsprechenden Bagua-Bereiche begünstigt.

Die versetzten Türen symbolisieren Widersprüche, die Anatol in sich trägt. Die Feng Shui-Korrektur hilft Anatol, die Widersprüche in sich zu überwinden und sein Leben aktiv zu gestalten, statt sich in den Widersprüchen zu verstricken, ohne handeln zu können.

Zur Korrektur der schrägen Wand im Schlafzimmer sollte Anatol mit einem wiederablösbaren, aber sichtbaren Klebeband ein Dreieck vom Rest des Raumes abtrennen.

Alternativ oder zusätzlich dazu könnte Anatol auch in beide betroffenen Ecken einen runden Gegenstand geben. Die runden Formen sollen die Schräge wieder ausgleichen.

Das Schlafzimmer hat eine schräge, undefinierte Form. Durch die Abtrennung des Dreiecks entsteht einerseits ein rechtwinkliges Sechseck und andererseits ein Dreieck. Das Dreieck symbolisiert die Erkenntnis und hilft Anatol, sich der „Schieflage“ zwischen seinen Lebensbereichen „Erfolg“ und „Partnerschaft“ bewusst zu werden und die Situation zu lösen.

Die fehlenden Bereiche können „hereingeholt“ werden, indem an den markierten Wänden entweder (möglichst viele) Spiegel angebracht werden (aber nur, wenn sich etwas Positives darin spiegelt…) oder möglichst grosse Bilder von weiten Landschaften platziert werden.

Durch das „Hereinholen“ der fehlenden Bereiche kann Anatol die betroffenen Inhalte, die ihm bis jetzt teilweise nicht zugänglich waren, wieder in sein Leben integrieren.

Die Einbauschränke in der Küche kann Anatol freundlich dekorieren, damit es ihm leichter fällt, von seinen sturen Ansichten abzuweichen und flexibel zu bleiben.

Im Bad befindet sich oberhalb der Toilette ein Fenstersims. Dort soll Anatol ebenfalls einen angenehmen Blickfang platzieren, z.B. einen (künstlichen) Blumenstrauss.

Die Toilette symbolisiert das „Loslassen“. Anatols Blick wird durch den schönen, farbigen Gegenstand nach oben gelenkt und erfreut. Das „Loslassen“ von schwierigen Geschehnissen und Personen wird ihm so einfacher fallen und angenehmer sein, als wenn sein Blick direkt in den Abfluss der Toilette gelenkt wird.

Farben

Farblich gibt es für Anatols Wohnung mehrere Möglichkeiten.

Im Bad und im Flur empfehle ich Gelbtöne, da diese Räume eher dunkel sind. Gelb hilft im Bad, Altes loszulassen. Ausserdem ist Anatols Helferfarbe gemäss Aura-Soma Gelb / Gold (B4).

Für das Büro empfehle ich ebenfalls Gelb (fördert die Konzentration), wenn Anatol möchte auch Blau (das Element Wasser passt zu diesem Bagua-Bereich), jedoch ein helles und möglichst warmes Blau, da das Büro ebenfalls nur von einem Fenster belichtet wird.

In der Küche könnte Anatol mit Grüntönen arbeiten (Bagua-Element Holz). Ein sanftes Lindengrün soll er giftgrünen Tönen vorziehen.

Im Schlafzimmer befindet sich Anatols Beziehungsecke. Die Analyse hat ergeben, dass Anatol zu wenig gefühlvoll auf seine Partnerinnen eingeht. Damit er zukünftig seine Gefühle besser zum Ausdruck bringt, kann die Farbe Rosa verwendet werden. Als Mann wird Anatol Rosa nur punktuell einsetzen wollen. Passend zum Bereich und zu den Aura-Soma-Farben wären hier wieder Gelb- und Goldtöne, oder Apricot bis Orange.

Zur Harmonisierung der Wohnung gibt es noch unzählige Möglichkeiten, die alle aufzulisten zu weit führen würde.

Kein Zufall!…

Es ist kein Zufall, dass Anatol in dieser Wohnung lebt. Er wird dort sein Anliegen thematisieren können und sich aus den Schwierigkeiten, die sich ihm bereiten, weiterentwickeln können.

Kann Anatol seine Themen in dieser Wohnung auflösen, erwarten ihn die nächsten Herausforderungen nach dem nächsten Umzug. Lernt er aber nichts, wird seine neue Wohnung wieder die gleichen Problematiken aufzeigen. Die Schwierigkeiten sind also nicht behoben, indem Anatol einfach umzieht. 😉

Ich hoffe, dass Sie sich nun vorstellen können, was eine intuitive Feng Shui-Beratung ungefähr ist.

In diesem Beispiel konnte natürlich nur ein kleiner Teil gezeigt werden. In Wirklichkeit betrifft Feng Shui alle Lebensbereiche.