Leiden ist passé

Warum sehen wir Jesus nicht öfter in einem aktuelleren, angenehmeren Seinszustand?

Warum sehen wir Jesus nicht öfter in einem aktuelleren, angenehmeren Seinszustand?

Anstatt uns mit Leidensbildern zu umgeben und die Kultur der Aufopferung zu leben, dürfen wir unser inneres Licht erstrahlen lassen.

Auf dem Weg zu einer Beratung überquerte ich eine kleine Dorfbrücke. Unangenehmer Blickfang: Ein halb nackter Mann, an Händen und Füssen an einem Kreuz festgenagelt, sein Gesicht und sein Körper mit Blut überströmt. Die Jesusfigur war am Brückengeländer befestigt, sodass man sie auf dem Trottoir nicht nur nicht übersehen konnte, sondern auch ganz nahe daran vorbeikam. Unangenehm.

Beim Anblick eines gekreuzigten Jesus drängt sich mir jedes Mal die Frage auf: Warum tun wir uns das an? Figuren und Bilder des leidenden Jesus zementieren in uns Glaubenssätze, nach denen wir auf die Erde gekommen sind, um zu leiden. Diese Glaubenssätze sitzen tief in der Gesellschaft: „Eine Arbeit ist keine richtige Arbeit, wenn sie nicht anstrengend ist. Sonst ist der Lohn nicht ehrlich verdient.“ Oder: „Aufopferung ist eine Tugend, und wir dürfen erwarten, geliebt zu werden, wenn wir uns für andere aufopfern. Christus hat sich schliesslich auch für die Menschheit aufgeopfert und gelitten.“ Dass dies Trugschlüsse sind, erklären uns Autorinnen und Autoren wie Chuck Spezzano einleuchtend.

Der Cristo degli abissi (deutsch: Christus der Abgründe) ist eine Bronzestatue auf dem Meeresgrund in der Bucht von San Fruttuoso, Ligurien. An dieser Statue gefällt mir besonders die offene Körperhaltung, ist Jesus doch sonst meist demütig gebeugt abgebildet.

Mit dem intuitiven Feng Shui können wir solche „Denkfallen“ aufdecken. Oft zeigen sie sich als scharfe Ecken und Kanten im Bagua-Bereich 5: Aggressionen gegen sich selbst, also Selbstverurteilungen und Selbstverletzungen. Auch über vorhandene Bilder und Symbole in den Wohnräumen lassen sich Anhaltspunkte finden. Oder es zeigen sich Blockaden in den Bereichen 4 und 6, die unter anderem für die Zufriedenheit und Dankbarkeit stehen und miteinander über die Bagua-Diagonale in Beziehung stehen. Mangelnde Lebensfreude kann auch im Bereich 7 sichtbar werden.

Mit entsprechenden Veränderungen lassen sich selbstschädigende und selbstverurteilende, das Leiden bestätigende und verstärkende Denkmuster und Glaubenssätze bewusst machen und mit der Zeit auflösen.

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Wie wäre es, wenn auch im öffentlichen Raum die Symbole des Leidens durch freudigere ersetzt würden? Das Kruzifix ist nicht mehr aktuell: Jesus Christus ist längst im Himmel und hat es wieder schön. In der New-Age-Bewegung, an der sich auch das Intuitive Feng Shui orientiert, zählt er zu den aufgestiegenen Meistern, die die Erdenmenschen dabei begleiten, den laufenden Paradigmenwechsel auf allen Ebenen zu vollziehen.

Trotz der erfreulichen Auferstehung und Weiterentwicklung bekommen wir weiterhin nur Leidensbilder von Jesus zu sehen. Selbst auf Abbildungen, die sein Leben beschreiben, schaut Jesus oft drein wie ein Opfer. Auf moderneren Darstellungen sieht er besonnen und demütig aus, aber niemals fröhlich oder gar ausgelassen.

Bestimmt hat Jesus jedoch sehr oft gelacht und war charismatisch, sonst wäre ihm niemand gefolgt!

Jesus geht es heute gut. Wir möchten ihn im Licht sehen und nicht im Leiden.

Jesus geht es heute gut. Wir möchten ihn im Licht sehen und nicht im Leiden.

Die Leidensbilder gibt es vor allem seit dem Mittelalter (Gotik, 13.-14. Jh). Zu dieser Epoche fanden die Menschen Trost darin, dass sie durch ihre eigenen Leidenserfahrungen mit Christus verbunden waren. Die Kirchenvertreter waren dafür besorgt, das Leidensmotto aufrecht zu erhalten, schliesslich wollten sie ihre Macht festigen. Praktisch, wenn Untergebene das Leiden als Tugend empfinden, sie sind besonders leicht zu manipulieren und zu unterdrücken: Sie schwächen sich sogar freiwillig selbst, indem sie sich Kruzifixe in die eigenen vier Wände hängen.

Heute dürfen wir es besser wissen und die Geschichte durchschauen!

Gerade in der Adventszeit wünsche ich mir, dass die Menschen aus den altbekannten Leidensmustern aussteigen können und sich an den vielen Lichtern, die die Dunkelheit erhellen, erfreuen können. Die Dunkelheit kann das Licht nicht verdrängen, das Licht die Dunkelheit jedoch schon. Wenn wir unser inneres Licht pflegen und nach aussen erstrahlen lassen können, steigern wir unsere eigene Energie und helfen damit gleichzeitig auch anderen Menschen. So können Advent und Weihnachten mit neuem, zeitgemässem Sinn erfüllt werden und das Feiern macht doppelte Freude. 🙂

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